Begegnungen



Romano Guardini


Der katholische Theologe und Religionsphilosoph Romano Guardini hat Egino G. Weinert in seiner christlichen Prägung sehr beeinflusst. In Eginos Berliner Pfarrgemeinde war der Priester oft zu Gast, um Vorträge zu halten. Zusammen mit seinem Freund Bernhard Zöllner durfte Egino G. Weinert bei Guardini ministrieren. Der Theologe referierte in einer seiner letzten Reden über den Rosenkranz, den er als Rettungsanker für die Menschheit bezeichnete. Seine große Schönheit und spirituelle Bedeutung habe ihn ein ganzes Leben lang beschäftigt, so der Theologe. Das kann Egino G. Weinert auch von sich sagen. Er liebt das Rosenkranzgebet sehr.

Die Schriften des großen Seelsorgers und Schriftstellers Guardini hat er schon als junger Klosterschüler und auch später geradezu verschlungen.


Gustav Gründgens


Der Schauspieler besuchte nach seinen Theaterauftritten häufig ein befreundetes Ehepaar, zu dem auch Egino einen freundschaftlichen Kontakt pflegte. Eine Hausangestellte des Paars war auch eine gute Masseuse, die es verstand, Gründgens nach einem anstrengenden Tag und den abendlichen Auftritten zu entspannen. Egino G. Weinert, damals noch Klosterbruder, war hin und wieder zugegen. Bei einer Flasche Wein wurde nicht selten stundenlang diskutiert und philosophiert.

Manchmal schlüpfte der übermütige Gründgens dann in Weinerts Skapulier - dem Überwurf mit Kapuze – und schauspielerte.


Marc Chagall


Marc Chagall und Egino G. Weinert lernten sich 1958 in der ostfranzösischen Stadt Metz kennen. Zeitgleich arbeiteten beide Künstler an ihren jeweiligen Auftragsarbeiten in der Kathedrale. "Manchmal streichelte Chagall meine Arbeiten und warf mir eine anerkennende Geste zu", erinnert sich Egino.  Die Verständigung beschränkte sich überwiegend auf Zeichen, Gebärden oder Wortfetzen. Beide konnten jeweils nur ihre Muttersprache und waren auf fremde Hilfe zur Übersetzung angewiesen. Zu den Mahlzeiten saßen sie gemeinsam mit dem Dompfarrer immer wieder an einem Tisch zusammen. Später begegneten sie sich erneut im vatikanischen Museum, wo die Arbeiten beider Künstler nahe beieinander ausgestellt wurden.


Dr. Otto Pribilla


An den Gerichtsmediziner erinnert sich Egino G. Weinert sehr gerne. Dr. Otto Pribilla bestellte bei dem damals noch jungen Goldschmied seine Trauringe. Auch von den sakralen Werken war der Mediziner tief beeindruckt. Er nahm ihn des öfteren zu einem Kreis von jungen Bonner Intellektuellen mit, wo hin und wieder Dichterlesungen stattfanden.

Paul Claudel und Sartre beeindruckten Egino G. Weinert besonders. Bei den Lesungen lernte er auch den Schriftsteller Stefan Andres kennen, dessen Tochter er später als Goldschmiedin ausbildete. Gastgeberin der Abende war Frau Dr. Pallmann. In dem Kreis lernte Egino G. Weinert die junge Lehrerin und Buchhändlerin Anneliese Leopold kennen. Sie wurde später seine Frau.


Georg Meistermann


Der Maler und Grafiker Georg Meistermann, hat für die Zeit nach 1945 wie kein anderer die Entwicklungen und Leistungen der Glaskunst geprägt. In den USA spricht man vom „german-Meistermann-style“ und in Frankreich nennt man ihn schlicht den „maìtre de cologne“.,

Mit Meistermann arbeitete Egino G. Weinert 1958 gleichzeitig an der Inneneinrichtung der neu gebauten Michaelskirche in Solingen. Später wurden beide Künstler mit der Ausstattung der katholischen Kirche in Mayen in der Eifel beauftragt. Meistermann war für die Gestaltung der Fenster, Weinert für die Herstellung des Tabernakel zuständig. Den lieferte er am Heilgen Abend, gerade noch rechtzeitig, vor der Weihnachtsmesse.


Emil Nolde


Als Kind lernte Egino G. Weinert die Maler Emil Nolde und Max Pechstein kennen. Sie waren Nachbarn und gingen im Elternhaus ein und aus. Eginos Vater betreute hin und wieder Kunstausstellungen im Schöneberger Rathaus. So auch eine, bei der Werke der bereits erwähnten Künstler sowie von Max Liebermann, Otto Dix und andere ausgestellt wurden.

Vor und nach den Ausstellungen wurden die Bilder zeitweise in ein Kellerlager, das von Eginos Vater bereitgestellt wurde, zwischengelagert. Hier hatte Egino genügend Gelegenheit, die Arbeiten zu studieren.

Er war auf der Suche nach einer eigenen Stilrichtung, „neue Bilder im modernen Stil“ zu schaffen. Der Krieg hatte fast alle Wohnungen und somit auch Bilder und Kreuze zerstört. Egino G. Weinert wollte aber keine „Neuauflage“ der alten Bilder reproduzieren, sondern seine Ideen verwirklichen. Bei Nolde, der seine eigenen religiösen Bilder immer für eine Todsünde hielt, fand Egino G. Weinert Zustimmung und Anregungen für seine ersten Arbeiten.


Pablo Picasso


Egino G. Weinert und Pablo Picasso lernten sich anlässlich eines Liturgiekongresses im Kloster Montserat bei Barcelona kennen. Nach seinem Verständnis über Liturgie gefragt, antwortete Picasso:  „Liturgie ist ein tanzen um Gott“. Um diese Ansicht zu unterstreichen, hatte er ein Bild gemalt, das eine Friedenstaube, umringt von tanzenden Figuren zeigt. Ein anwesender Professor antwortete Picasso:" Naja, sie sind ja ein Ungläubiger, mit ihnen kann man über Liturgie nicht reden."

Während Referenten und Liturgen sich von der Meinung Picassos distanzierten, sagt dazu Egino G. Weinert: " Ich fand, Picasso hat das Schönste von der ganzen Tagung gesagt." Das Bild schenkte Picasso später dem Abt, der wiederum gab es Egino.



Bildhauer Pohlenz


In der Werkstatt des Künstlers in Kevelaer wurde in Blei gegossen. In handwerklicher und künstlerischer Hinsicht konnte Egino G. Weinert viel von diesem Bildhauer lernen. Pohlenz arbeitete ca. neun Monate in seinem Atelier, die restlichen drei Monate war er zum Verkauf und zur Eigenwerbung unterwegs. Obwohl Pohlenz einen Gießer von Egino G. Weinert abgeworben hatte, blieben sie immer gute Freunde.


Professor Lützeler


Wenige Wochen nach Kriegsende begann Professor Lützeler, beim Wiederaufbau der Universität Bonn mitzuwirken. Er zog in die Bau- und Grundstückskommission ein, der er bis zu seiner Emeritierung angehörte und wurde schnell zum ordentlichen Professor der Kunstgeschichte berufen.

Lützeler führte Egino G. Weinert in den 50er Jahren in die Bonner Kunstszene ein. Durch ihn lernte er u.a. Professor Ewald Materé, der  Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte, kennen. Eine seiner Studentinnen war Lydia Dryseli, die später 15 Jahre in der Werkstatt von Egino G. Weinert mitarbeitete.


Franziskanerpater Heskes


Pater Heskes war vor dem Krieg Kunstwart in Düsseldorf und väterlicher Freund. Bis zu seinem 90. Lebensjahr war er Egino G. Weinerts Beichtvater. Er unterstützte den Künstler und vermittelte ihm Arbeiten. Mit 95 Jahren verstarb er auf dem Venusberg in Bonn.


Max Rössler


war vor seiner Priesterweihe als Rechtsanwalt tätig. Er war Auslandsseelsorger und Schriftsteller. Schon seit Egino G. Weinerts Klosterzeit verband sie eine lange und tiefe Freundschaft. Nachdem Tod von Max Rössler schuf Weinert eine Grabplatte in der Krypta des Zeller Klosters, nahe Würzburg.


Ella Brösch


Die Professorin für Paramentik, förderte Egino G. Weinerts Kunst und verschaffte ihm seinen ersten Auftrag für kirchliche Geräte, für das Päpstliche Missionswerk in Aachen. Sie lehrte an der Fachschule für kirchliche Textilkunst in Bonn und betrieb eine eigene Lehrwerkstatt in Bad Godesberg. Die Dozentin hatte einen ausgezeichneten handwerklichen und künstlerischen Ruf und war in Deutschland recht bekannt.
Einen Teil ihres Lebens verbrachte Ella Brösch in Las Rotas - Denia/Spanien, wo sie nahe dem Cap Antonio ein Haus erworben hatte.

Sie unterstütze finanziell den Bau einer Kapelle, für die Egino nach Fertigstellung, den Tabernakel und das Hängekreuz schuf. Aus gesundheitlichen Gründen verbrachte er ebenfalls einige Wochen im Jahr in Denia. Im Juli 2010 wurde nach der Renovierung der Kapelle, ein Altar von Egino aufgestellt.


Erzbischof Heim


In den 50er Jahren war Erzbishof Heim einer der größten Verehrer und Auftraggeber von Egino G. Weinert. Als Pronuntius von Skandinavien vermittelte er zahlreiche Aufträge in alle nordischen Ländern. So finden sich heute Kirchenausstattungen in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Island und Grönland. Die herbe, holzschnittartige und klare Art der Gestaltung, entsprach dem Stilgefühl der nordischen Völker. 

Als der Erzbischof nach Ägypten versetzt wurde, holte er Egino G. Weinert zur Einrichtung von zwei Kapellen nach Kairo.

Die nächste Station führte den bischöflichen Freund nach London. Er wurde Pronuntius des Vatikan für England. So gibt es nicht nur in englischen Kirchen, sondern auch in der Privatkapelle der Königsmutter manches Stück aus der Kölner Werkstatt. Mehrmals im Jahr reiste Weinert auf die Insel und lernte in der Nuntiatur, meist bei Empfängen und Mahlzeiten, bemerkenswerte Leute kennen, so z.B. die weltberühmte Krimi-Autorin Agatha Christie.


Agatha Christie


Bei einem Diplomatenempfang in der Nuntiatur nahe London hatte Erzbishof Heim neben der Königinmutter auch die Krimiautorin Agatha Christie eingeladen. Egino G. Weinert war ebenfalls eingeladen und sollte einige seiner Werke den Gästen vorstellen. Da er die englische Sprache nicht beherrscht, wurde ein Dolmetscher beauftragt zu übersetzen. Frau Christie bestellte schließlich eine Pillendose für ihren Mann, auf der ein Greif modelliert sein sollte, ihr persönliches Zeichen.


Bischof Kunz


Für den evangelischen Bischof fertigte Egino G. Weinert mehrere Bischofskreuze sowie ein Kirchenportal. Mit ihm führte er über viele Jahre ein freundschaftliches Verhältnis. Auf seinem Grab in Herford steht ein von Egino G. Weinert modellierter Grabstein.


Prälat Hansler


vom Zentralkomitee Deutscher Katholiken ließ Egino G. Weinerts die Kapelle des Zentralkomitees in Bad Godesberg gestalten. Dort wurde er auch zu Podiumsgesprächen mit Meistermann, Böll, Grass, Beuys und Geyer eingeladen. Die Zeit der Liturgie-Reform war für alle enorm lebendig und beglückend.


Ewald Mataré


Mit Professor Ewald Mataré verbindet Egino G. Weinert eine lange Freundschaft. Mataré lehrte u.a. Bildhauerei an der Kunstakademie in Düsseldorf. Von den Nazis wurde er 1933 wegen seiner "entarteten Kunst" entlassen.

Er erhielt nach dem Krieg den Auftrag, für den Rathausturm in Aachen ein Portal zu gestalten und holte sich Egino G. Weinert an seine Seite. Er sollte ihm ein Wappen anfertigen, das später an der Holztür befestigt wurde. 

Sechs Wochen arbeiteten beide Künstler unabhängig vom anderen am jeweiligen Auftrag. Es entstand ein Prachtstück. Da sich Professor Mataré offensichtlich bei der Honorarvereinbarung verkalkuliert hatte, blieb Egino G. Weinert für seine Arbeit unbezahlt.

Heute sagt Weinert:" Er war ein vornehmer Mann, der nie Geld hatte und daher nicht zahlen konnte. Dafür habe ich aber von ihm sehr viel gelernt."



Konrad Adenauer


Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer besuchte den Künstler öfters in seinem ersten Atelier in Bonn. Er kaufte kleine sakrale Arbeiten und Schmuck. So einen prämierten Ring, den Weinert anlässlich der Weltaustellung in Brüssel angefertigt hatte. Von Adenauer erhielt Egino G. Weinert den Auftrag, die Kapelle des Elisabeth-Krankenhauses in Bonn auszustatten, wo er täglich die Heilige Messe besuchte.

Als 1967 Konrad Adenauer starb, fertigte Weinert eine Bronzeplatte für den Sarg des verstorbenen Politikers. Noch heute sind der Sohn sowie die ehemalige Haushälterin Kunde von Egino G.Weinert, die nahezu ihren gesamten Schmuck bei Weinert erwarb.


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